Großes Interesse am "Itzelhaus"

"Hätte nicht gedacht, dass hier so viel für Obdachlose getan werden kann!" Sichtlich beeindruckt zeigt sich der ältere Besucher aus Bruchsal nach der Führung durch das Julius-Itzel-Haus am Freitagnachmittag. "Pure Neugier" habe ihn hierher getrieben und "mit Anerkennung für die Arbeit hier im Haus" gehe er wieder nach Hause, aber nicht ohne vorher ein Steak zu essen und vielleicht mit Leuten ins Gespräch kommen.


So erging es vielen Besuchern beim "Tag der offenen Tür" in der Caritas-Facheinrichtung für Wohnungslose im Gewerbegebiet Stegwiesen. Sehr erstaunt war das "Itzel-Team" über den regen Zuspruch der Besucher. Bei den drei Hausführungen drängten sich die vielen Interessierten durch die Gänge, die Werkstatt, Möbelbörse und den Second-Hand-Shop. Mitarbeiter vom Haus erläuterten die Arbeit und das Leben im Haus und gaben ehrliche – wenn auch nicht immer "bequeme" - Antworten auf die Fragen der Besucher. Welche Bedeutung ein Hund für einen Wohnsitzlosen hat oder, dass manche Bewohner erst einmal entgiftet werden müssen waren genau so Thema wie die ärztliche Betreuung der Bewohner, die Suche nach geeigneten Arbeitsaufträgen und die niedrigere Lebenserwartung von Menschen, die jahrelang auf der Straße gewohnt haben.


"Wir sind erstaunt, wie viele Menschen den Weg zu uns trotz des schlechten Wetters gefunden haben", freute sich Miriam Schührer vom Mitarbeiter-Team, das für diesen Tag Informationen und Angebote mit viel Liebe zum Detail gerichtet hatte. So gab es einen Info-Raum mit einer interessanten und aussagekräftigen Stellwand. Dort konnten die Besucher nicht nur Zahlen und Fakten ansehen, sondern auch Bilder vom Leben der Menschen, die im "Itzel-Haus" wieder ein Dach über dem Kopf und vieles mehr gefunden haben, betrachten.


Das schlechte Wetter tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Die Bigband "RadioHeroes" aus Ubstadt-Weiher musste zwar im Speisesaal unter beengten Bedingungen spielen, aber der gute Sound der aktuellen und populären Coversongs litt nicht darunter. Bewohner, Besucher und Mitarbeiter zugleich wippten zum Takt oder sangen mit. "Gerade für unsere Bewohner und die ambulant betreuten Klienten bilden solche Tage absolute Höhepunkte," wusste Einrichtungsleiter Hans-Peter Ruck. Einige der Bewohner hatten sich schon beim Aufbau engagiert und halfen beim Ausschank und der Bewirtung. Dass so viele Interessierte den Weg ins Julius-Itzel-Haus gefunden hatten, freute auch sie.

In der Werkstatt werden gespendete Möbel restauriert.

Julius-Itzel-Haus-Einrichtungsleiter Hans-Peter Ruck (2. von rechts) erläutert die Werkstatt des Hauses, wo Wohnungslose durch strukturierende Arbeitsangebote wieder den Weg in ein geregeltes Leben zurück finden können. Dies beinhaltet auch die Möbelrestaurierung.

Trotz schlechtem Wetters sorgte die Band für gute Laune.

Der Auftritt der Bigband "RadioHeroes" erfreute alle Anwesenden am Tag der offenen Tür im Itzelhaus.

2009-05-15 JIH Großes Interesse (cvr)