Fachtagung zum Thema "Mobbing" |
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Im Jugendzentrum „Neue Waldgass“ in Graben-Neudorf informierten zwei Referenten mit Vorträgen und anschließenden Workshops rund um das Thema Mobbing. Mobbing ist ein Problem, das heute immer häufiger auftritt. Nicht nur unter Jugendlichen in der Schule, sondern auch bei Erwachsenen im Arbeitsalltag gibt es immer wieder Fälle von Mobbing. Lästereien und Kräftemessen gab es schon immer, neu ist jedoch die Qualität und Intensität des Mobbings auf physischer und psychischer Ebene. Aus diesem Grunde lud die Organisation Arbeits-gemeinschaft Jugendfreizeitstätten (AGJF) im Landkreis Karlsruhe gemeinsam mit der Kreisjugendpflege (Landratsamt Karlsruhe) zu einer Fachtagung ins Jugendzentrum in Graben-Neudorf ein. Die rund 50 Teilnehmer der Tagung waren Leiter und Mitarbeiter von Jugendhäusern und –zentren aus der regionalen Umgebung. Sie sollten nicht nur Ursachen und Arten von Mobbing vertieft kennenlernen, sondern auch Maßnahmen zur Prävention und zum Einschreiten. Nach einer Begrüßung durch Rafael Dreher, Leiter des Jugendzentrums Graben-Neudorf, und Bürgermeister Hans Reinwald, der den Stellenwert der Jugendarbeit in der Gemeinde herausstellte, begann die Referentin Christina Zitzmann mit dem ersten Vortrag „Ursachen und Handlungsmöglichkeiten bei Gewalt und Mobbing unter jungen Menschen“. Zitzmann, Jugendbildungsreferentin vom Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg, lieferte zunächst Antworten auf Fragen wie zum Beispiel: „Wo hört Kräftemessen auf und wo fängt Mobbing an?“ oder „Ist Gewalt und Mobbing das Gleiche?“. Hierzu schilderte Sie verschiedene Konfliktsituationen und ließ die Teilnehmer mit Hilfe von farbigen Karten abstimmen, was Mobbing ist und was nicht. Zitzmann ging auch individuell auf Fragen der Teilnehmer ein und lieferte Lösungen für deren Probleme in der Arbeit mit Jugendlichen. Anschließend zeigte sie die diversen Ursachen von Mobbing auf und analysierte diese anhand von Erklärungsmodellen bekannter Psychologen wie beispielsweise Dan Olweus. Am Ende ihres Vortrages gab Zitzmann den interessierten Zuhörern Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten mit auf den Weg, um gegen Mobbing vorzugehen und es bereits im Keim zu ersticken. Zitzmann, die vorwiegend in der Schulsozialarbeit tätig ist, gibt ihre Erfahren gerne auf Fachtagungen weiter: „Die Ideen meines Vortrages werden von den Teilnehmer sehr gut angenommen und sind so konzipiert, dass sie in der Praxis im Jugendzentrum einfach und schnell eingesetzt werden können.“ Nach einer kurzen Pause referierte Professor Doktor Franz Josef Röll, der an der Hochschule in Darmstadt lehrt. In seinem Vortrag „Chancen und Risiken der Neuen Medien im Web 2.0“ beleuchtete Röll besonders das Cybermobbing, auch Cyberbullying genannt. Darunter versteht man die Nutzung moderner Kommunikationsmittel, wie Handy oder Internet, um eine Person zu mobben. Cybermobbing entsteht vor allem durch Sozialnetzwerke wie SchülerVZ, in denen beispielsweise Gruppen gegen einzelne Personen gegründet werden. Aber auch Videowebseiten wie youtube, auf denen Opfer gemobbt werden, können die Ursache für Cyberbullying sein. Der Referent warnte vor den Gefahren der Medien in der heutigen Zeit: „Virtuelles kann sehr schnell real werden und das Internet vergisst nichts!“. Er versuchte die Zuhörer darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Jugendlichen für die Risiken, die die neuen Medien mit sich bringen, sensibilisieren müssen. Nach dem Mittagessen konnten die Teilnehmer in vier Workshops mit den Referenten viele Informationen und neue Erfahrungen zu Themen wie „Mobbing an der Schule“ oder „Prävention von Mobbing“ sammeln. |
Die Teilnehmer, die von den Jugendzentren aus der Region kamen, wurden aktiv in die Fachtagung miteingebunden.
Referentin Christina Zitzmann gab den Teilnehmer einen Überblick über die verschiedenen Ursachen von Mobbing und wie man dagegen vorgehen kann.
Professor Doktor Franz Josef Röll informierte die Zuhörer vor allem zum Thema Cybermobbing. |
| 2009-11-24 Fachtagung "Mobbing" (ben) | |