Wenn der wohnungslose „Rudi“ zurzeit mit seinem Hund „Blacky“ im Gewerbegebiet Stegwiesen spazieren gehen kann, dann ist das nicht so selbstverständlich. Bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Hundebesitzer wurde der siebenjährige Blacky, ein Chow-Chow-Groendahl-Mischling, vor Kürze schwer verletzt. Eine Operation war unumgänglich, aber „Rudi“, der seit zweieinhalb Jahren auf der Straße lebt, konnte sich den teuren aber notwendigen Eingriff beim Tierarzt nicht leisten und bangte um seinen treuen Begleiter.
Mit Hilfe einer Praktikantin des Julius-Itzel-Hauses, der Caritas Facheinrichtung für Wohnungslose, verteilte er Handzettel in Bruchsal und bat um Hilfe. Als Katja Strube, Direktionsassistentin des Dormotel Business Hotel, von der Aktion erfuhr, berichtete sie ihrem Direktor Eiko Schultheiß davon. Sofort übernahm das Hotel einen Anteil von 500 Euro der Tierarztkosten. Die Firma Lorenz Siegel und zwei weitere Privatspender brachten den Restbetrag – auch für die Nachsorge - auf. „Zudem ist Tierarzt Dr. Christian Nees aus Weingarten mir preislich sehr entgegen gekommen,“ berichtet „Rudi“, den die Hilfsbereitschaft der hiesigen Menschen und Firmen sehr berührt hat. „Das Hotel hat echt ein Herz für Tiere gezeigt.“
„Wir wollten auch in diesem Jahr etwas Gutes für eine soziale Einrichtung tun,“ berichtet Eiko Schultheiß, der auch in Freiburg ein Hotel betreibt. „Anstelle von irgendwelchen Werbepräsenten, die wir an unsere Kunden verschicken, machen wir in deren Namen schon seit Jahren eine größere Spende.“ Somit konnte Blacky umgehend operiert werden und lebt nun zur Genesung mit seinem Herrchen im Julius-Itzel-Haus.
„Für viele Wohnungslose bedeutet ein Hund oftmals Familienersatz, Weggefährte und auch Wärme – im wahrsten Sinne des Wortes – zugleich,“ erklärt Gregor Häcker von der ambulanten Fachberatung vom Julius-Itzel-Haus, der auch für den Themenbereich Obdachlose und Erfrierungsschutz zuständig ist. Gerade für „Rudi“ sei Blacky sehr wichtig.
„Die Geschichte mit Blacky hat unsere Gäste und Kunden sehr berührt und eine richtige Hilfsflut ausgelöst,“ berichtet Katja Strube, die „Rudi“ schon vor der Spende oft auf der Straße gesehen hatte. Aus dieser Spendenbereitschaft entwickelt sich gerade eine langfristige Unterstützung des Julius-Itzel-Hauses. „Auch unser Personal spendet sein Trinkgeld. Mit den Geldern werden Gebrauchsartikel für die Obdachlosen besorgen. Andere Firmen haben sich auch schon gemeldet.“
Die Hoteldirektion lädt zudem die Wohnungslosen demnächst zu einem Weihnachtsbrunch ein und stellt dem Julius-Itzel-Haus auch kurzfristige Ausweichsquartiere über die kalten Nächte zur Verfügung. „So eine Großzügigkeit erfahren wir und vor allem unsere Bewohner selten,“ betont Hans-Peter Ruck, Einrichtungsleiter des Julius-Itzel-Hauses und freute sich mit seinen Kollegen über den Besuch der Hoteldirektion, bei dem das Julius-Itzel-Haus und seine Angebote – von der Wärmestube bis zur Möbelbörse mit Arbeitsmöglichkeiten und tagesstrukturierenden Maßnahmen für Bewohner – vorgestellt wurde. Vor allem aber habe man sich über Blackys Genesung informiert und den persönlichen Dank von „Rudi“ entgegen genommen.
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Gregor Häcker vom Julius-Itzel-Haus, Katja Strube und Direktor Eiko Schultheiß vom Dormotel Business Hotel in Bruchsal mit dem zwischenzeitlich operierten Blacky in der wärmenden Tagesstube des Julius-Itzel-Hauses. |