Nach 15 Jahren ist das Julius-Itzel-Haus so gefragt wie nie

Fünfzehn Jahre nach seiner Einweihung ist das Julius-Itzel-Haus, die Caritas Facheinrichtung für Wohnungslose Menschen im Gewerbegebiet „Stegwiesen“ in Bruchsal, so gefragt wie nie zuvor. „Wir haben einen guten Ruf, sowohl bei den Betroffenen, als auch bei den Gemeinden und Behörden,“ erklärt Hausleitung Miriam Schührer. Die Belegung des Hauses ist ungebrochen hoch – in ihr spiegelt sich die Wohnungslosigkeit Deutschlands wieder: ein Sechstel der stationär aufgenommenen Personen sind unter 25 Jahre alt, ein Viertel der Bewohner ist weiblich.

Das Julius Itzel Haus, das insgesamt Platz für 25 wohnungslose Menschen mit sozialen Schwierigkeiten bietet, wurde am 02. Mai 1996 auf Initiative des früheren Vorstandsvorsitzenden des Caritasverbandes Bruchsal und Kuratoriumsmitglied der Julius Itzel Stiftung, Dekan a.D. Walter Schmitt gebaut und durch den damaligen Caritas Geschäftsführer Norbert Pohl eröffnet. Dank der Julius Itzel Stiftung konnte das Haus finanziert und gebaut werden.
Dabei ist das moderne Haus, das in Wohngruppen aufgeteilt ist und auch eine Fachberatung mit Tagesstätte für ambulante Klienten bietet, nicht automatisch für alle „obdachlosen“ Menschen zuständig, sondern nur für jene, „in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ für die die Landkreise zuständig sind. Die Hilfen reichen von der Fachberatung über das betreute Wohnen bis hin zur stationären Unterbringung.

Die Unterbringung obdachloser Menschen liegt in der Verantwortung der Kommunen aber nicht jeder Obdachlose hat gleichzeitig auch besondere soziale Schwierigkeiten. „Wenn er keine hat, muss die Gemeinde ihn unterbringen. Diese Abgrenzung hat in der Vergangenheit einzelnen MitarbeiterInnen in den Gemeindenverwaltungen oft Probleme bereitet,“ weiß Gregor Häcker von der Ambulanten Fachberatung im Julius-Itzel-Haus.
Daher veranstaltete das Team vor Kürze eine Informationsveranstaltung für die Vertreter der Umlandgemeinden, die hervorragend angenommen wurde. „Wir waren überrascht, dass fast alle der 27 eingeladenen Gemeinden Mitarbeiter geschickt haben, darunter auch ein Bürgermeister.“

Vertreter vom Landratsamt referierten zu Fragen der Zugehörigkeit und der Hilfegewährung. Auch wurde die konkrete Arbeit der einzelnen Arbeitsbereiche im Julius-Itzel-Haus vorgestellt und eine Führung durch die Räumlichkeiten samt Möbelbörse, Werkstatt und Hauswirtschaftlichen Bereich angeboten. Hier konnten sich die Gemeindevertreter überzeugen, dass alle Bewohner der Einrichtung sich im Rahmen von tagesstrukturierenden Maßnahmen auch einbringen. Auch konnten Projekte wie die Zusammenarbeit mit der Badischen Landesbühne (BLB) im Rahmen der „Dreigroschenoper“ und der Straßenzeitung „Rother Hahn“ vorgestellt werden.
Am Freitag, 27. Mai, öffnet das Julius-Itzel-Haus (Julius-Itzel-Straße 1) ab 16 Uhr seine Türen für die Öffentlichkeit, um 17.30 Uhr wird der offizielle Teil des Festes mit kurzen Grußansprachen eröffnet. Zusätzlich zu einem Intermezzo der BLB um 18 Uhr kommen die Besucher in den Genuss von elsässichen Countryliedern und Führungen durch das Haus. Ab 19 Uhr spielt „Mary’s Mojo“ aus Ubstadt. Zudem gibt es Flammkuchen und Gutes vom Grill.

 

Gregor Häcker vom Team des Julius-Itzel-Hauses referiert für Vertreter aus den Umlandsgemeinden über die Angebote der Caritas Facheinrichtung für wohnungslose Menschen.

2011-05-27 Nach 15 Jahren ist das Julius-Itzel-Haus so gefragt wie nie (cvr)