Erweiterte Hilfen trotz Konsolidierung

Caritas in Bruchsal im Aufwind - Caritasratsmitglieder neu gewählt

Trotz des Wintereinbruchs konnte Caritasratsvorsitzender Bernhard Firnkes viele Vertreter der Pfarreien und Fachverbände bei der diesjährigen Vertreterversammlung des Caritasverbandes Bruchsal im Vincentiushaus begrüßen.

Nach dem nachdenklich stimmenden meditativen Impuls von Bernd Gärtner über die vielen Gesichter der versteckten Armut in Deutschland, zog sich der karitative Gedanken an den Einsatz für bedürftige Menschen auch durch weitere Punkte der umfangreichen Tagesordnung.

Auch Bernhard Firnkes betonte, dass dieser Einsatz im letzen Jahr in eindrücklicher Weise gelungen sei. Trotz großer Herausforderungen im finanziellen und gesellschaftlichen Bereich, sei der Verband wieder auf soliden Beinen gestellt. Auch würdigte er den Einsatz von Ehrenamtlichen in den vielschichtigen Aktivitäten des Verbandes und die Unterstützung der Mitarbeiter, die zur Zukunftssicherung des Verbandes einige „unangenehme“ Maßnahmen in Kauf nahmen.

Caritasvorstandsvorsitzender Albert Wild berichtete über die Verbandstätigkeiten im zurückliegenden Jahr. Neben der gut gelungenen Sanierung hob er in seinem Jahresbericht besonders die „Netzwerkarbeit“ mit Landkreis, Städten und Pfarreien hervor. Sein Blick in die Zukunft ließ erkennen, dass der Wohlfahrtsverband auch hier mit guten und innovativen Konzepten aufgestellt ist. „Sanierung ist kein Stillstand,“ betonte Wild und so habe man trotzdem die Dienstleistungen erweitert und neue Konzepte eingeleitet. Der Vorstand bedauerte, dass der Landkreis Karlsruhe und die Stadt Bruchsal Kürzungen im Sozialbereich vornehmen.

Der Caritasverband Bruchsal verstehe sich als Kirche und sei es auch. „Der Verband will aufbrechen und in den nächsten zwei bis drei Jahren verstärkt auf die Pfarrgemeinden zugehen,“ so Wild. Man sehe zudem Ehrenamtliche „als tragende Säulen.“

Caritasvorstand Arno Vogelbacher zeigte anhand einer Präsentation, dass es dem Verband nach einer harten Sanierung erfreulicher Weise besser geht. In 2009 zeigte sich ein positives Ergebnis, was man auch für 2010 und 2011 erwarte. Es sei aber noch nicht die Zeit für Sonderwünsche, zunächst müssen die Schulden bezahlt werden so Vorstand Vogelbacher. Die Sanierung habe nicht nur Freude bereitet, doch bis zum heutigen Tag habe man 111 von 158 Maßnahmen des Sanierungsplanes durchgeführt. In vielen Bereichen habe der Caritasverband eine zunehmende Konkurrenz, der man sich mit viel Kreativität, Disziplin und neuen Wegen stelle.

„Opfer brachten auch die Beschäftigten,“ erklärte Vogelbacher. Die Arbeitszeit wurde ohne Lohnausgleich auf 40 Wochenstunden erhöht und die Mitarbeiter stundeten 2008 und 2009 Teile der Vergütung, die man aber im September 2010 zurückzahlen konnte.

Hier sei ein großes Wort des Dankes an die Beschäftigten fällig, vor allem an die beiden Mitarbeitervertretungen, die Verantwortung bewiesen und auch unangenehme Maßnahmen mitgetragen haben. Hierfür spendeten die Zuhörer viel anerkennenden Applaus.
Diakon Bernhard Wilhelm überbrachte die Grußworte des Hausherren Pfarrer Edgar Neidinger und dankte zugleich Diakon Albert Wild für die sozialorientierten Mittwochspredigten in der City-Messe. Auch dem Team der „Eine Million Sterne“-Aktion dankte er für die Umsetzung dieser wichtigen Idee in der Pfarrgemeinde und Stadt.

Bei den Neuwahlen des Caritasrates wurden der Vorsitzende Bernhard Firnkes, der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Pierro und die Beisitzer Bürgermeister Jürgen Hess, Norbert Heneka, Reinhard Hoscislawski und Pfarrer Armin Hass einstimmig wieder gewählt. Neu in den Caritasrat wurden Dr. Carola Bassemir, Martin Siegel und Pfarrer Dr. Torsten-Christian Forneck berufen. Ausgeschieden sind die Caritasräte Franz Sieger und Roswitha Holoch.
Zum Abschluss berichtete Bereichsleiter Bernd Gärtner über die Schuldnerberatung mit Ehrenamtlichen, die von einer Hauptamtlichen begleitet werden. Die Anzahl der Überschuldeten nehme trotz Rückgang der Arbeitslosenzahlen und Wirtschaftsaufschwung immer mehr zu.

Nachdem der Landkreis keine Unterstützung durch Ehrenamtliche bei der Schuldnerberatungsstelle in Bruchsal auf Dauer vorsah, habe man als Verband nun zwölf Ehrenamtliche im Einsatz, die bei der Entschuldung helfen. Das Team um Claudia Jacobs habe seit Januar 2009 insgesamt 116 Personen beraten, der größte Teil davon zwischen 20 und 49 Jahren. Wichtig sei nicht nur die Schuldentilgung sondern eine ganzheitliche Begleitung um zukünftig ohne Schulden leben zu können.

Der Caritasrat mit den neugewählten und ausscheidenden Mitgliedern von links nach rechts:

Caritas Vorstandsvorsitzender Albert Wild,

Caritas Vorstand Arno Vogelbacher

Caritasrat Reinhard Hoscislawski

Roswitha Holoch,

neuer Caritasrat Martin Siegel,

Caritasrat Norbert Heneka,

neuer Caritasrat Pfarrer Torsten-Christian Forneck,

neue Caritasrätin Carola Bassemir,

Franz Zieger,

Caritasrat-Vorsitzender Bernhard Firnkes,

Caritasrat Jürgen Hess

Nicht abgebildet: Ulrich Pierro, Pfarrer Armin Haas

2010-11-30 Caritas Vertreterversammlung (cvr)