URL: www.caritas-bruchsal.de/pressemitteilungen/vortrag-ueber-industrie-4.0/1134767/
Stand: 16.10.2014

Pressemitteilung

Fachbereich Arbeit

Vortrag über Industrie 4.0

"Kollege Roboter" schont die Ressource "Mensch"

Zukunft der Arbeit anhand von SEW-EURODRIVE verdeutlicht

Johann Soder erklärt Industrie 4.0Aufmerksam lauscht das Publikum im Caritas Fachbereich Arbeit im TRIWO-Park dem spannenden Vortrag über "Industrie 4.0" von Johann Soder, Geschäftsführer Technik bei SEW-EURODRIVE

Bruchsal (cvr). Es ist keine Revolution über die Johann Soder am Montagabend referierte, sondern eine Evolution. Auch wenn "Industrie 4.0" oft als der nächste Umbruch in der Arbeitswelt dargestellt wird, so konnte der Geschäftsführer Technik bei SEW-EURODRIVE den Vortragszuhörern im TRIWO-Park anhand von konkreten Beispielen aus dem Arbeitsalltag von SEW zeigen, dass diese Zukunft schon längst die Arbeitswelt vor der Haustür weiterentwickelt hat.

Eingeladen zu dem spannenden Vortrag hatte der Fachbereich Arbeit des Caritasverbandes Bruchsal, der auf Initiative ehrenamtlicher Mitarbeiter, den Vortrag zur Zukunft der Arbeit anbot. Caritas Vorstandsvorsitzende Sabina Stemann-Fuchs begrüßte die Anwesenden mit einem Hinweis, dass auch ein Sozialverband langfristig nicht an "Industrie 4.0" vorbei könne. Digitalisierung, Vernetzung und vieles mehr gehörten auch schon zum Caritas Alltag.

"Gemeinsam mit Unternehmen für die Menschen in der Region da zu sein", so resümierte Bereichsleiter Bernd Gärtner die Aufgabe des Fachbereiches, der unter anderem zum Ziel hat, langzeitarbeitslose Menschen oder jugendliche Ausbildungsabbrecher wieder in Arbeit zu vermitteln. Um sich von den veränderten Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt ein Bild machen zu können waren Haupt- und Ehrenamtliche sowie kooperierende  Unternehmer zum Vortrag gekommen.

Johann Soder räumte zuerst die Bedenken aus, dass Industrie 4.0 den Menschen durch Maschinen ersetzen wird. "Der Roboter und der Mensch können sich aber sinnvoll ergänzen", so Soder. "Diese intelligente Kombination von Mensch und Maschine bringt einen gigantischen Leistungsvorsprung." Neue Technik habe auf längere Sicht schon immer neue Arbeitsplätze geschaffen und auch die Produktivität erhöht. Anhand von der eigenen SEW-Firmengeschichte zeigte er verschiedene Produktionsphilosophien auf, die auf dem Weg zur "smarten" (intelligenten) Industrie liegen. Zukünftig werde es nicht nur smarte Logistik und smarte Montage geben, sondern auch smarte Produkte und smarte Fabriken, in denen sich das Produkt seinen Weg alleine vom Auftrag über die Produktion bis zum Versand suche.

Menschen, assistiert von einer Armada von hilfreichen Maschinen, Führungskräfte, die als Dirigenten der Wertschöpfung die Produktion steuern, und Fachkräfte, die Neuentwicklungen vorab virtuell durchspielen können - das sind nur einige der Visionen, die bei SEW Einzug halten.

"Der Mensch ist die wichtigste und teuerste Ressource, die wir haben", betont Johann Soder, "daher sollten wir ihn nicht unnütz belasten."

Industrie 4.0, erklärt Soder,  wird die Wertschöpfungskette komplett verändern und dezentralisieren. Der Faktor Mensch werde weiterhin für alles gebraucht, was von der Norm abweicht. "Roboter sind dumm und sie werden auch in zehn Jahren noch dumm sein", erklärt Soder die stupide Arbeitsweise einer Maschine. Jede Abweichung müsse erst neu programmiert werden. So bleibe es beim Menschen, die eigentlichen kreativen, besonderen und herausfordernden Aufgaben zu übernehmen. Dafür brauche man einen wissbegierigen Geist und persönliche Anstrengung, aber die brauche man für jede Leistung, die man erbringen wolle.

Auf die Fragen zur Zukunft leistungsschwächerer Mitarbeiter und den befürchteten Wegfall von Softskills antwortete Soder fundiert, dass in der entstehenden dezentralisierten Firma der Zukunft Teamarbeit und  Wertevorstellungen mehr denn je ihren Platz haben werden müssen.

"Sicherlich werden auch Menschen umqualifiziert, denn die Arbeit wird sich mal wieder verändern", erinnert Soder an die vielen bisherigen industriellen Revolutionen, denen immer mit viel Skepsis begegnet wurde. "Doch lasst uns Industrie 4.0 gestalten und nicht tot reden." Dies wäre zudem auch die ureigene Aufgabe der Unternehmen und nicht die des Staates.

 

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