Alte Handys an die TafelRecycling dient sozialen Projekten und der Umwelt
Bruchsal (cvr). Geschätzte 120 Millionen nicht mehr gebrauchte Mobiltelefone lagern in Deutschlands Schubladen und Schränken. Die Bruchsaler Tafel möchte dieser sinnlosen Verschwendung entgegenwirken und ein umweltfreundliches und sozialverträgliches Recycling der alten Handys und Smartphones ermöglichen.
Ab sofort können deshalb nicht mehr benötigte Mobilgeräte in den Tafeln während der jeweiligen Öffnungszeiten abgegeben werden. Die Tafeln leiten die Geräte an die Firma Interseroh, die mit dem Deutschen Caritasverband zusammen arbeitet, weiter. Noch gebrauchsfähige Handys werden in den Wiederverkauf geleitet. "Defekte Altgeräte werden in einem deutschen Betrieb nach strengen Qualitätsstandards sortiert und an inländische Recycling-Betriebe weitergeleitet", erklärt Ulrich Ellinghaus, ehrenamtlicher Leiter der Bruchsaler Tafel. "Die Tafeln wurden ja auch dazu gegründet, um Verschwendung nachhaltig zu bekämpfen."
Der Erlös kommt sozialen Projekten zu Gute, unter anderem der gesellschaftlichen Wiedereingliederung von ehemaligen Kindersoldaten im Kongo, jenem Land in dem große Vorkommnisse wichtiger Rohstoffe für Mobiltelefone heftig umkämpft werden.
Die Bruchsaler Tafel sowie die Tafeln in Philippsburg, Waghäusel, Bad Schönborn, Graben-Neudorf und Stutensee sehen es auch als Beitrag zur diesjährigen Jahreskampagne der Caritas "Weit weg ist näher als du denkst". Diese ökologisch-sozial ausgerichtete Kampagne prangert Missstände an und ermutigt zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen - auch durch Entsorgungs- und Kaufverhalten. Mit dem Handy-Recycling möchte man gezielt gegen den illegalen Export von Elektroschrott vorgehen, denn viele alte Handys landen über Umwege illegal auf ausländischen Müllkippen und werden dort oft unter Menschen verachtenden Bedingungen verarbeitet. Weitere Informationen zur Jahreskampagne gibt es auch auf www.globale-nachbarn.de.