
Was damals mit einer gemeinsamen Idee begann, ist heute ein verlässliches Netzwerk der Hilfe: Seit nunmehr zehn Jahren engagieren sich der ZONTA-Club, der Caritasverband Bruchsal und das Diakonische Werk Bruchsal gemeinsam für Frauen, deren finanzielle Situation kaum Spielraum für ein würdevolles Leben lässt.
In den Sozialberatungen der kirchlichen Wohlfahrtsverbände suchen täglich Frauen Unterstützung, deren kleine Rente für das tägliche Leben nicht ausreicht. Bereits vor zehn Jahren standen viele von ihnen vor der Frage, wie Miete, Lebensmittel und notwendige Medizinprodukte bezahlt werden sollen.
"Die Zuzahlung von Hörgeräten oder Zahnersatz überstieg auch damals schon das Budget vieler alleinstehender Frauen", erinnert sich Sabina Stemann-Fuchs, Vorständin des Caritasverbandes Bruchsal. "Das hat sich nicht geändert - eher im Gegenteil", ergänzt Tanja Tischmeyer, Dienststellenleiterin des Diakonischen Werkes in Bruchsal.
Massiv gestiegene Miet- und Nebenkosten sowie höhere Lebensmittelpreise verschärfen die Situation zusätzlich. Häufig decken die Renten nicht einmal die laufenden Fixkosten. Für einen Friseurbesuch oder ein kleines Geschenk für die Enkelkinder bleibt dann nichts mehr übrig. Viele der betroffenen Frauen empfinden das als besonders schmerzlich - schließlich haben sie ihr Leben lang gearbeitet, Kinder großgezogen, Angehörige gepflegt und oftmals durch Hinzuverdienste in die Rentenkasse eingezahlt.
Die Idee, hier gezielt Unterstützung anzubieten, entstand 2016 durch das Engagement von Maria Becker und der damaligen Präsidentin des ZONTA-Clubs. Mit großem Einsatz wurden Spendenaktionen ins Leben gerufen, unter anderem durch den Verkauf von Glückslichtern und die Organisation von Kinoveranstaltungen. Die so eingeworbenen Mittel ermöglichten es Caritas und Diakonie, unbürokratisch und passgenau zu helfen - dort, wo staatliche Leistungen nicht ausreichen.
Ein Jahr später wurde das Projekt um einen weiteren Baustein erweitert: die Unterstützung alleinerziehender Frauen. Auch sie stehen häufig vor besonderen finanziellen und organisatorischen Herausforderungen.
Allen Projekten liegt ein gemeinsames Ziel zugrunde: Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und keine neuen Abhängigkeiten zu schaffen. Die Unterstützung erfolgt individuell, verantwortungsvoll und stets mit Blick auf nachhaltige Stabilisierung der Lebenssituation.
In den vergangenen zehn Jahren konnte bereits 234 Frauen geholfen werden. Für alle Beteiligten ist klar: Die Zusammenarbeit ist ein starkes Zeichen gelebter Solidarität und eine fruchtbare Partnerschaft zum Wohl benachteiligter Frauen in unserer Gesellschaft.
Das gemeinsame Engagement zeigt, wie viel erreicht werden kann, wenn Zivilgesellschaft und Wohlfahrtsverbände an einem Strang ziehen - und Frauen in schwierigen Lebenslagen nicht allein gelassen werden.
Text: Sabina Stemann-Fuchs